FRIENDSHIP NEVER ENDS (UA)
"If you wanna be my lover,
you gotta get with my friends.
Make it last forever,
friendship never ends"
- Spice Girls
Von Hannah Frauenrath und Ensemble//
Staatstheater Mainz// 2025
Freundschaften begleiten uns vom Sandkasten über die Schule bis ins Altersheim. Manchmal durch das ganze Leben, manchmal nur für ein Stück des Weges. Sie helfen uns über Verluste hinweg, kennen unsere Geheimnisse. Sie sind die ersten Beziehungen, die wir uns ganz bewusst selbst aussuchen und können das Supportsystem sein, dass manchen in der Familie fehlt und schützen so vor Einsamkeit. Die Menschen, mit denen wir uns umgeben, haben einen großen Einfluss darauf, wie wir uns selbst wahrnehmen.
Aber Freundschaften haben es nicht immer leicht. Sie können uns mit falschen Entscheidungen konfrontieren oder vor neue Herausforderungen stellen. Auch um den Verlust oder das Fehlen einer Freundschaft kann man trauern wie um eine Liebesbeziehung.
Was passiert, wenn man einer Freundschaft entwächst? Wie definiert man eigentlich Freundschaft? Was soll man tun, wenn man sich in die beste Freund*in verliebt? Und woran erkennt man überhaupt, was eine gute Freundschaft ist und was nicht?
Von Freundschaft auf den ersten Blick über Probleme mit den Eltern, von dem ewigen Treueschwur bis zu Verrat, oder der ersten Liebe, die die Freundschaft bedroht.
In einer vielseitigen Kollage beleuchtet Hannah Frauenrath eines der wichtigsten und vielseitigsten Themen überhaupt und feiert und betrauert die Freundschaft in all ihren Facetten.
Regie und Text: Hannah Frauenrath
Bühne: Laura Immler
Kostüm und Video: Jil Dreyer
Musik: Carl Grübel
Dramaturgie: Rebecca Reuter
Mit: Johannes Schmidt, Iris Atzwanger, Carl Grübel und Carlotta Hein
Stimmen: Esad Ak, Alaq Almusleh, Friedrich Brückner, Joshua Grölz, Hannah Heidkamp, Lilli Immel, Laura Immler
Fotos: © Andreas Etter
74 MINUTEN (UA)
von Raphaela Bardutzky //
Staatstheater Nürnberg// 2025
Was haben ein durchschnittlicher Notfalleinsatz im Rettungsdienst, Beethovens 9. Sinfonie, dirigiert von Wilhelm Furtwängler, und das Putzen von 300 m² Bürofläche gemeinsam? Alles dauert 74 Minuten. Hausautorin Raphaela Bardutzky nimmt diese Zeitspanne als Ausgangspunkt für einen machtkritischen Blick auf das Thema Zeit. Zeit ist entscheidend für unseren Alltag und eine zentrale politische Kategorie: sie bestimmt, wie wir leben, arbeiten und füreinander sorgen.
In der Regie von Hannah Frauenrath verbinden sich verschiedene Geschichten aus unserer unmittelbaren Gegenwart mit historischen Episoden zu einem rasanten und humorvollen Theaterabend. Die unterschiedlichen Figuren ringen mit der Zeit – gemeinsam im Rettungswagen, im Orchestersaal, unterwegs im Zug, alleine vor dem Fernseher, bei der Arbeit. Sei es, weil die Zeit niemals ausreicht oder weil es zu viel von ihr gibt. Ob 74 Minuten für die Schauspieler*innen auf der Bühne tatsächlich ausreichen werden? Das hängt davon ab, ob die Deutsche Bahn pünktlich ist. Toi, toi, toi!
Regie: Hannah Frauenrath
Bühne und Kostüm: Ji Hyung Nam
Dramaturgie: Ida Feldmann
Musik: Jeremy Heiß
Mit Davíd Felipe Gavíria Malagón, Kristina-Maria Peters, Sasha Weis, Doris Dubiel, Stephan Schäfer
Fotos: © Ludwig Olah
KAMPF DER REALITY SHOWS (UA)
"All by myself
Don't wanna be
All by myself
Anymore"
- Céline Dion
Von Hannah Frauenrath und Ensemble//
Landestheater Tübingen// 2025
Das Format der Reality Shows ist seit Jahrzehnten Plattform für alle, die sich zeigen wollen. Sobald der „ganz normale“ Mensch die Bühne der Shows betritt, gewährt er den Zuschauenden Einblick in seine Realität. Spätestens seit „Big Brother“ und „Der Bachelor“ wird öffentlich gedatet, gestritten und gekämpft. Aber warum fasziniert uns das vermeintlich Authentische daran? Und wer ist dieser angeblich „normale“ Mensch, der von seinem Schicksal erzählt? Welche gesellschaftlichen Normen werden in Reality Shows entlarvt? Und was passiert, wenn wir vor den Bildschirmen darüber lachen?
Unter dem Brennglas der Reality Show hinterfragt Hannah Frauenrath mit dem Ensemble die Normen und Regeln unserer Gesellschaft. Es entsteht eine Show, die das junge Publikum nicht nur unterhält, sondern zum Denken anregt.
Regie und Text: Hannah Frauenrath Bühne und Kostum: Hanga Balla, Polly Stephan
Musik: Konstantin Sieghart
Dramaturgie: Max Sauer
Mit: Sophie Aouami, Michael Mayer und Anna Golde
Fotos: © Martin Sigmund
WALD
von Miriam Lesch //
Landestheater Detmold// 2025
Der Wald lebt. Vielleicht ein bisschen zu sehr, denn über Nacht sind plötzlich zahlreiche mitteleuropäische Städte von Bäumen überwuchert. Auf Kreuzungen, in Fußgängerzonen, sogar auf Balkonen: überall Bäume. Eigentlich schön, aber für die meisten Menschen ist die plötzliche Rückeroberung des urbanen Raumes Europas durch die Natur dann doch ziemlich nervig. Und das Forstamt hat natürlich überhaupt keine Zeit, den überbordenden Wildwuchs einzudämmen. Da bleibt den meisten gepeinigten Europäer*innen nur die Flucht in den globalen Süden, wo es für Bäume zu heiß ist – eine ›umgekehrte‹ Migration beginnt. Immerhin: Gut für Bambi, das geruhsam durch die frischgewachsene Fauna wandern kann, aber schlecht für Cäsar und Plinius, die sich fragen, wo die eigentlich für die Ewigkeit gebauten Römerstraßen abgeblieben sind. Miriam Leschs »Wald« ist eine irrwitzige Fantasie über die Rückeroberung der Welt durch die Natur. Absurd, komisch und auch ein bisschen mahnend.
Regie: Hannah Frauenrath
Bühne und Kostüm: Laura Immler
Dramaturgie: Magdalena Brück
Mit: Paul Enev, Emanuel Weber,
Ewa Noack und Katharina Otte
Fotos: © Jochen Quast
MAGIC TOWN (UA)
Ein Leben nach dem Durchschnitt
"Es war nicht alles Wirklichkeit,
aber wirklich schön
sich mit dir so zu täuschen."
-Carl Grübel
Von Hannah Frauenrath und Ensemble//
Staatstheater Mainz// 2024
Ein junges Paar macht sich auf den
Weg in die Durchschnittlichkeit.
Dafür ziehen sie von Berlin nach Haßloch
Denn Haßloch gilt als der durchschnitt
lichste Ort Deutschlands und ist eine
sogenannte,,Magic Town".
Die Wirtschaft macht sich die Durchschnittlichkeit der Bewohner*innen für Produkttests zunutze.
Aber wer produziert hier eigentlich wessen Bedürfnisse?
Welche Wünsche sind normal?
Und was passiert, wenn man sich in ein Produkt verliebt, das dann ganz plötzlich wie der verschwindet?
Von der Sehnsucht nach Normalitãt
getrieben, entwerfen die beiden ge-
meinsam mit einem befreundeten Paar
einen Schlachtplan für eine radikale
Normalität.
Regie und Text: Hannah Frauenrath
Bühne: Laura Immler
Kostüme: Isabell Wibbeke
Musik: Carl Grübel
Dramaturgie: Rebecca Reuter
Mit Carl Grübel, Johannes Schmidt, Katharina Uhland, Lennart Klappstein
Fotos: © Andreas Etter
ES WAR EINMAL... (UA)
" Goodbye my lover
Goodbye my friend
You have been the one
You have been the one for me"
-James Blunt
von Hannah Frauenrath und Ensemble //
Schauspiel Wuppertal// 2024
Es war einmal eine wunderschöne junge Prinzessin, die wurde in den Fängen ihrer bösen, hässlichen Stiefmutter festgehalten. Eines Tages kommt aber zum Glück ein Prinz vorbei und rettet sie. Sie heiraten, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Ungefähr so tragen sich die meisten Grimmschen Märchen zu. Das wissen wir aber schon längst, denn wir alle werden mit Märchen groß.
Märchen vermitteln schon den Jüngsten, was gut ist und was nicht, und welche Werte, Eigenschaften und Taten die richtigen sind.
Aber sind Geschichten, in denen immer nur der Mann der strahlende Held ist und die Frauen vor allem jung, »schön« und passiv oder alt, »hässlich« und böse, noch zeitgemäß?
Im Rahmen dieser collagierten Stückentwicklung hinterfragt Hannah Frauenrath die gewohnten Rollenbilder und geht, mit einer guten Portion Schabernack dem Frauenbild in Grimmschen Märchen auf die Brotkrumenspur.
Regie und Text: Hannah Frauenrath
Bühne und Kostüm: Laura Immler
Dramaturgie: Marie-Philine Pippert
Mit: Nora Krohm, Silvia Munzón López, Konstantin Rickert und Julia Wolff
Fotos: © Laura Thomas
BLAUPAUSE (UA)
" I should be into this guy
But it′s just a waste of time
He's really not my type
I know what I like
No, this is not a phase
Or a coming of age
This will never change"
- girl in red
von Leo Lorena Wyss
Theater und Orchester Heidelberg//
Heidelberger Stückemarkt 2024
Blau ist weg. Verschwunden aus der Welt, aus der Wahrnehmung der Protagonistin. Dabei war Blau eine so wichtige, eine warme Farbe im Leben der jungen Frau. Verloren gegangen ist nicht nur Blau, verloren gegangen ist eine große Liebe an einen zu frühen Tod. Den Prozess der Trauer begleitet die Erinnerung ans Aufwachsen als Mädchen und Frau, als junge queere Person, zwischen dem Chor der pubertierenden Cousinen, dem Entdecken des eigenen Begehrens und der Begegnung mit der großen Liebe.
Alles das erzählt Leonie Lorena Wyss in »Blaupause« sehr unterhaltsam, rhythmisch und sprachstark. Für das Stück wurde Wyss beim 40. Heidelberger Stückemarkt mit dem Autor*innenpreis ausgezeichnet.
Für die nachtkritik (online, 27. April 2024) sah Steffen Becker eine »flipperkugelflinke Inszenierung« von Hannah Frauenrath: ihre vier Schauspielerinnen verkörperten »konsequent verschiedene Facetten der Protagonistin« und seien von der Regie »so (gut) aufeinander abgestimmt, dass der Monolog der Textfassung nie als solcher« erscheine. Der Abend verleihe das Tempo. Text und Regie holten aus ihrer »Blaupause« »viel mehr als die schon oft dagewesenen Szenen« heraus und legten eine »Achterbahn der (queeren) Gefühle durch den Theaterraum«.
Regie: Hannah Frauenrath
Bühne und Kostüm: Laura Immler
Musik: Jeremy Heiß
Dramaturgie: Maria Schneider
Mit: Katharina Uhland, Julia Staufer, Katharina Ley, Esra Schreier und Jeremy Heiß
Toneinspieler: Nicole Averkamp
Fotos: © Susanne Reichhardt
NORWAY.TODAY
"I had it all planned out before you met me
Was gonna leave early and so swiftly
Maybe in a fire or crash off a ravine
People would weep, "How tragic, so early"
I was gonna die young"
- Sylvan Esso
von Igor Bauersima
Schauspiel Wuppertal // 2024
Julie und August haben sich entschieden. Entschieden, dass sie genug haben. Vom Leben. Und begeben sich in einem Zwischenraum. Zwischen Entscheidung und Vollzug. Zwischen Leben und Tod finden sie sich plötzlich frei von gesellschaftlichen Normen und Zwängen und können sich so ihren ihren Gedanken, Ängsten und Sehsüchten völlig vorurteilsfrei und unvoreingenommen stellen. Dadurch kommen sie nicht nur sich selber, sondern auch dem Leben einen Schritt näher, als jemals zuvor. Der Abend begleitet die beiden auf der Suche nach dem Sinn des Lebens in einer patriarchal und kapitalistisch geprägten Gesellschaft, die so viele Regeln und Handlungsanweisungen für (junge) Menschen breithält. Dabei werden die Figuren nicht pathologisiert, sondern als Parabel für viele verschiedene Biographien verstanden, die mit scheinbar unlösbaren Krisen konfrontiert werden. Und dahinter tut sich immer wieder die Frage auf: Was können wir als Gesellschaft tun, um Menschen, die sich nicht mehr als Teil begreifen, aufzufangen?
Inspiriert von einer wahren Begebenheit, wurde Igor Bauersimas ›norway. today‹ nach seiner Uraufführung im Jahr 2000 schnell zum großen Publikumserfolg. Seitdem wurde das Stück in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Mit dem modernen Klassiker über den Sinn und die Sinnlosigkeit des Lebens gibt Hannah Frauenrath ihr Regiedebüt am Schauspiel Wuppertal.
Regie: Hannah Frauenrath
Bühne und Kostüm: Sarah Prinz
Dramaturgie: Marie-Philine Pippert
Regieassistenz: Johanna Landsberg
Mit: Lotte Becker und Paul Heimel
Fotos: © Anna Schwartz
TATORT 110 - Zwei Krimiserien auf der Spur (UA)
"Mother will never understand why you had to leave
But the answers you seek will never be found at home
The love that you need will never be found at home
Run away, turn away, run away, turn away, run away "
-Bronski Beat
von Hannah Frauenrath und Ensemble//
Landestheater Detmold // 2023
Mit der Stückentwicklung TATORT 110 – Zwei Krimiserien auf der Spur spürt Hannah Frauenrath mit ihrem dreiköpfigen Ensemble den beiden urdeutschen Krimiphänomenen
nach. In ihrer Stückentwicklung stellt eine deutsche Durchschnittsfamilie vor, die ihr trautes Eigenheim einer Produktionsfirma für einen „Tatort“-Dreh zur Verfügung gestellt hat. Sehr schnell verschwimmen dabei die Rollen und Ebenen. Aus passiven Tatort-Zuschauer*innen werden potentielle
Täter*innen, Kommissar*innen und Autor*innen, die sich gegenseitig verdächtigen und ihre Familienkonflikte in reinster Tatortmanier miteinader austragen. Denn gleicht die Beziehung des Kommissars, der kurz vor der Rente steht und seine junge Kollegin gerne mal in die Schranken weist nicht auch der familiären Vater-Tochter-Beziehung? Dabei tritt das klassische „Whodunit“ zunehmend in den Hintergrund. Viel wichtiger ist: Wer ermittelt wie und inszeniert hier wen? Welches Ermittler*innen-Team hat ultimatives Kult-Potenzial? Und welche sozialen Strukturen werden durch das wöchentliche Krimi-Ritual eigentlich zusammengehalten? Wird das immer so weiter gehen? Das dreiköpfige Ensemble bewegt sich auf der Schwelle zwischen Komik und Ernst, zwischen Satire und Reflexion.
Regie und Text: Hannah Frauenrath
Bühne und Kostüm: Laura Immler
Dramaturgie: Sophia Lungwitz
Mit: Katharina Otte, Patrick Hellenbrand und Linda Sixt
Fotos: © Marc Lontzek
EINE GANZ NORMALE HEXE
„Du bist die schönste aller Hexen
Alles an dir ist reiner Sex. Wenn -
ich dich kriege
zeigt dir mein Zauberstab die Liebe.“
- ZaZa
von Hannah Frauenrath und Ensemble//
Diplomarbeit Folkwang Universität der Künste// 2022
Die berühmteste Hexenmutter Deutschlands, Barbara B. aus N., ist dabei ihre Hexenkräfte abzugeben - zum Wohl und Schutz ihrer Kleinfamilie. Doch das Aufrechterhalten der Idylle verlangt Opfer von allen Familienmitgliedern.
In einer szenischen Collage begeben sich die Spieler:innen auf die Suche nach den unbewusst übertragenen Narrativen und bis heute spürbaren Auswirkungen der Hexenverfolgungen.
Im Rahmen eines Familienfestes suchen sie nach dem Unbeugsamen und Rebellischem, das in uns allen schlummert und erforschen dabei die Sehnsucht nach dem Nonkonformen. Dabei müssen sie sich mit gesellschaftlicher Repression und Sexualisierung auseinandersetzen und begegnen ihrer eigenen Angst aus dem Schatten der Normalität hervorzutreten.
Wie wird man eine Hexe ?
Mit der Stückentwicklung EINE GANZ NORMALE HEXE, schloss Hannah 2022 ihr Studium an der Folkwang Universität der Künste ab. Die Arbeit wurde 2023 zu dem Plug&Play Festival für junge Regie am Staatstheater Mainz eingeladen.
Regie und Ausstattung: Hannah Frauenrath
Mit: Lotte Becker, Eva-Lina Wenners, Rebekka Wurst, Paul Heimel, Pit Prager und Mischa Warken.
Fotos: © Ismail Khudida
ICH HAB DICH, BABE. (UA)
"I wanna know what love is
I want you to show me
I wanna feel what love is
I know you can show me"
- Foreigner
von Hannah Frauenrath, Vincent Doddema und Ensemble//
Staatstheater Mainz // 2022
Eigentlich wollten sie einen richtig schönen Liederabend machen. Mal was fürs Herz. Kann ja nicht so schwer sein. Doch die fünf Schauspieler:innen, die jetzt nur noch zu viert sind, machen dann doch keinen Liederabend. Denn was soll man auch singen und was will man eigentlich vermitteln? Die romantische Liebe ist zu einem so wesentlichen Bestandteil unseres heutigen Selbstverständnisses geworden, dass es uns schwer fällt uns vorzustellen, dass das einmal anders gewesen sein soll. Über die Aufklärung, die Romantik bis hin zur heutigen Popkultur hat sie einen triumphalen Siegeszug vollzogen und gilt für nicht wenige als einziger Gegenpol zur kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Aber nicht erst seitdem sich ein Großteil der Partnersuche und des Heiratsmarktes mit den Möglichkeiten des Internets verbunden hat, stellt sich die Frage: Wie natürlich, wie ursprünglich, wie blind ist die Liebe überhaupt?
Ausgehend von Eva Illouz' "Warum Liebe weh tut" ergründen die Spieler:innen an dem Abend die Zusammenhänge von Wirtschafts-/Gesellschaftsform und romantischer Liebe und suchen ganz persönlich nach den Mechanismen, wie der Kapitalismus ihre Gefühle beeinflusst.
Regie: Hannah Frauenrath & Vincent Doddema
Text: Vincent Doddema
Mit: Lisa Eder, Kristina Gorjanowa, Daniel Mutlu und Mark Ortel
Ausstattung: Lisa Maline Busse
Dramaturgie: Jörg Vorhaben
Fotos und Trailer: © Andreas Etter
PEEPSHOW
"You know I can't stand it
You're running around
You know better daddy
I can′t stand it ′cause you put me down
I put a spell on you
Because you're mine"
- Nina Simone
von Marie Brassard//
Prinz-Regent-Theater Bochum // 2022
PEEPSHOW von Marie Brassard ist eine kaleidoskopartige Sammlung von kurzen Geschichten und Erzählungen, die verschiedene romantische und sexuelle Erfahrungen beschreiben. Im Zentrum steht die Spielerin, die versucht diese Fragmente von Begehren, Ängsten, Ablehnung, romantischer Erfüllung, Einsamkeit, Erwartungen und Zärtlichkeit zu ordnen und in Beziehung zueinander zu setzen. Dazu probiert sie sich in verschiedenen Rollen und Machtpositionen innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen aus und versucht über das Erzählen ihre Identität zu konstituieren. Doch ist es in einer spätkapitalistischen Gesellschaft überhaupt noch möglich kongruente Lebens- und Liebesgeschichten zu erzählen?
Regie und Ausstattung: Hannah Frauenrath
Mit: Maike Elena Schmidt
Regieassistenz: Kerstin Sommer
Regiehospitanz: Indira Rieder
Fotos: © Anna Högerle
...BRITNEY ONE MORE TIME
"My loneliness is killing me (and I)
I must confess I still believe (still believe)
when I'm not with you I lose my mind
give me a sign"
- Britney Spears
Von: Stephanie van Batum, Eva Layla Akiska, Elly Scheele und Anica Happich//
Szenische Lesung//
Phoenix Festival Erfurt// 2022
Nach 13 Jahren unter Vormundschaft hat Britney Spears, die Prinzessin des Pop, wieder die Kontrolle über ihr Leben erlangt. Vor Gericht erklärte sie: "Your honor, I'm so angry it's insane...". Wie kommt es, dass Britney – ein weltberühmter Star – zur Sklavin unserer Vergnügungen wurde? Warum sind wir nicht in der Lage, Britney oder andere weibliche Ikonen auch als menschliche Wesen mit Rechten zu sehen?
Warum sperren wir Prinzessinnen ein?
...Britney One More Time ist ein Stück über Feminismus, Misogynie und Britney Spears.
Szenische Einrichtung: Hannah Frauenrath
Mit: Eva Layla Akisha, Hannah Frauenrath, Anica Happich, Gesa Geue und Elly Scheele
ECHTZEIT KOMPILZEN (UA)
"I wanna live like common people
I wanna do whatever common people do
wanna sleep with common people
I wanna sleep with common people
like you"
- Pulp
von Julia Herrgesell//
Landestheater Detmold// 2022
Digitale Uraufführung
Maleficent und Tigger kommen aus sehr unterschiedlichen Milieus: Maleficent lebt in einem wohlhabenden Vorort in einer riesigen Villa und will noch mal das Leben spüren. Dafür hat sie sich Tigger ausgesucht – einen jungen Mann aus kleinkriminellem Milieu, der chronisch pleite ist und auf seine große Chance wartet den Club seiner Träume zu eröffnen. Gemeinsam begehen sie einen Bankraub. Nur kommen sie nicht weit mit ihrer Beute. Während sie sich im Keller von Maleficents Nachbarvilla verstecken, entsteht ein Gespräch über ihre ungleichen Leben, Sehnsüchte und das Risiko der Tat. Die Inszenierung thematisiert die Romantisierung der Arbeiterklasse und die Chancenungleichheit der beiden Protagonist:innen.
Regie: Hannah Frauenrath
Mit: Kerstin Klinder und André Lassen
Ausstattung: Victoria Unverzagt
Dramaturgie: Sophia Lungwitz
Kamera: Marc Lontzek
Projektleitung, Kameraasisstenz: Robert Emil Tappe
Bildnachweis: Marc Lontzek, Landestheater Detmold